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Stadt des Brotes - Stadt des Friedens

Die Stadt liegt an der Wütenden Neisse (Nysa Szalona), im mittleren Teil Niederschlesiens, auf der Jauerer Ebene (Równina Jaworska), die ein Teil der Haynauer Hochebene (Wysoczyzna Chojnowska) ist. Dieses Gebiet hat einen typisch landwirtschaftlichen Charakter.

Der Name der Stadt in der heutigen polnischen (Jawor – Ahornbaum) und gleichzeitig der alten deutschen Schreibweise (Jauer) ist slawischen Ursprungs. In Polen kommt der Ahornbaum u. a. in Sudeten vor. Die Ansiedlung auf diesem Gebiet begann schon ca. 5.000 Jahre vor Christus. Von der Tatsache, dass die Slaven schon im Mittelalter hier lebten, zeugt der Name des heutigen Stadtteils Alt Jauer.

Die Friedenskirche

Die evangelische Friedenskirche "Zum Heiligen Geist" wurde nach den Beschlüssen des Westfälischen Friedens gebaut, der den Dreißigjährigen Krieg beendete (1618-1648). Im Jahre 1652 erhielten die Jauerer Protestanten von Ferdinand III. die Erlaubnis für den Bau der Kirche. Die Bedingung hierfür war die Wahl des Standortes außerhalb der Stadtmauern, was deutlich machen sollte, dass die Lehre Luthers zweitrangig war. Man durfte keinen Turm bauen und nur Holz ohne Nägel und Lehm als Baumaterial verwenden, damit die Kirche an eine Scheune erinnerte und die Demut und die Untertänigkeit der Protestanten gegenüber dem Kaiser betonte.

Die Kirche wurde in den Jahren 1654-1655 nach einem Entwurf des Architekten Albrecht von Saebisch (1610-1688) gebaut. Die Bauarbeiten leitete der Zimmermeister Andreas Gamper aus Jauer. Die Konstruktion der Kirche wurde nach der Technologie des Fachwerks entworfen (die Höhe- 16,4m), nach dem Grundriss eines Rechtecks (26,8 x 43,3m). Das Bauwerk ist von außen wenig anziehend, vom Norden erinnert es geradezu einen sehr großen Stall, aber sein Inneres entzückt mit seiner barocken Einrichtung. Die Kirche kann ca. 6.000 Personen fassen.

Der erste Probst war M. Christian Hoppe, der letzte - Krüger. Wahrscheinlich im Jahre 1947 verließen die deutschen Evangelischen Jauer. Seit dieser Zeit bis zu den 80er Jahren blieb die Kirche fast ohne Fürsorge, obwohl ihr formeller Besitzer die Liegnitzer evangelisch-augsburgische Gemeinde war. Seit dem Jahre 2001 befindet sich die Friedenskirche zu Jauer auf der Liste des Welterbes von UNESCO. Die Hauptfeierlichkeiten dazu fanden am 7. September 2002 statt. Rund um die Kirche gab es den Friedhof, 1972 in den Park umgewandelt.

In den Seitenschiffen befinden sich je vier Emporenreihen, in Logen eingeteilt, die in verschiedenen Zeitperioden gebaut wurden. In der Bauzeit der Kirche wurden der zweite und der vierte Stock, und am Anfang des 18. Jahrhunderts der erste und der dritte errichtet. An den Brüstungen der ältesten Emporen wurde eine biblische Geschichte dargestellt, und an der vierten befinden sich Szenen aus dem Alten Testament, an der zweiten aus dem Neuen. Insgesamt gibt es 143 Bilder. Ihr Autor kam aus der Werkstatt Georg Flegels, des Malers aus Schmiedeberg. Die Inspiration für das Werk waren Grafiken von Matthäus Merian aus der 1630 in Strasbourg herausgegebenen Bibel. An den Brüstungen der 1. und 2. Empore wurden Wappenschilder des schlesischen Adels und der Jauerer Gewerbezünfte dargestellt.

Geschichte

Den ersten Vermerk über Jauer gibt es im Dokument des Herzogs Boleslaw des Kahlen mit Beinamen Rogatka aus dem Jahre 1242 r. Als ein Zeuge wurde dort Walenty, der Pfarrer aus Jauer, erwähnt. Die Ortung der Stadt fand in der 2 Hälfte des 13. Jahrhunderts statt. Die damals bestimmte urbanistische Gestalt der Stadt überdauerte bis zum heutigen Tage.

Eine Urkunde aus dem Jahre 1300, mit dem Stadtsiegel signiert, erwähnt den ersten Bürgermeister Walter, den Lederfärber. Als eine der größten Städte in diesem Teil Schlesiens, wurde Jauer um 1274 zur Hauptstadt des Herzogtums, dessen Gründer der Herzog Heinrich V. (~1245/1250 – 1296) war. Die Regierungszeiten der Piasten und dann der tschechischen Starosten, waren Zeiten der wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt, u. a. dank der erworbenen wirtschaftlichen Privilegien.

Auffahrt

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